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"Wir sind für alle offen"

08.10.2013

"Einmal im Monat ist Krabbelgruppenzeit im Oberlaubenstall Borgisdorf/ Eltern nutzen Treffen zum Erfahrungsaustausch

 

Borgisdorf:  Einmal im Monat wird in Borgisdorf der rote Teppich ausgerollt. Dann erwartet man im Oberlaubenstall nicht etwa Filmstars, sondern die Krabbelgruppe. Der Eltern-Kind-Kreis der Kirchengemeinde braucht nämlich die flauschig-warme Auslegware, damit sich die Jüngsten auch wohlfühlen. Seit Januar wird das so gehandhabt. Damals hatten Martina Körner, ihre Schwiegertochter Caroline Ludwig aus Niedergörsdorf und Sigrid Voigt aus Höfgen die Idee für eine Krabbelgruppe. Sie brauchten wenig Überzeugungskraft, damit der Pfarrer "seine" Begegnungsstätte dafür zur Verfügung stellte. An einem Donnerstag im Monat trifft sich die Gruppe. Zunächst deckt man den Tisch und frühstückt gemeinsam. Die Kinder können eine Weile alleine oder miteinander spielen, ehe gemeinsam gesungen wird. Beim Septembertreffen brachte eine Mutter Obst mit. Daraus wurden Gesichter gelegt, dann verspeist und besungen. Zum Ausmalen gibt es Zettel für zu Hause mit. "Wir sind für alle offen" sagt Martina Körner. Die Mütter teilen die Erfahrung, wie sich ihre Kinder entwickeln. So mancher erst still daliegende Spross krabbelt mittlerweile oder macht erste wacklige Gehversuche. Die kleine Alma Voigt zum Beispiel, klatscht jetzt in die Hände, wenn Martina Körner zur Gitarre greift und Lieder mit den größeren Kindern und den Müttern singt. "Erst hatten wir geplant, sie zwei Jahre zu Hause zu lassen. Aber sie hat so viel Freude an anderen Kindern, dass wir sie im Oktober in die Kita zur Eingewöhnung geben wollen" sagt Sigrid Voigt, die frisch im Fläming ist. Ihr Mann ist bei der Bundeswehr und wurde aus Schleswig-Holstein nach Holzdorf versetzt."So lernt man die Bundesrepublik kennen",sagt sie. Immerhin: Wegen des Kindes gewähre die Bundeswehr nun fünf Jahre "Standzeit" an einem Ort. Bei Caroline Ludwig ist das anders. Sohn Johann ist zehn Monate alt und wird ab Mitte November die evangelische Kita besuchen. Als Mutter von vier Kindern und Erzieherin brachte sie viel Erfahrung mit in die Krabbelgruppe- und mit Janette Peterson auch eine weitere Mitstreiterin. Die Kaltenbornerin findet es besonders gut, dass größere Kinder mit in die Krabbelgruppe kommen können. Der Raum ist groß genug für alle. Beim jüngsten Treffen waren sechs Mütter mit acht Kindern im Oberlaubenstall. Das heißt, Elmar war mit seiner Oma Christine Semrok dort. Der Junge ist der Neffe vom Ortsvorsteher Christian Semrok - also doch ein kleiner Promi-Faktor auf dem roten Teppich."

 

Getraud Behrendt in der MAZ vom 08.10.2013

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: "Wir sind für alle offen"